Mobile Testanlagen für Geruchs- und Korrosionsprobleme
Geruchsbelastungen, Schwefelwasserstoff (H₂S) und biogene Korrosion stellen Betreiber von Kanalnetzen, Pumpwerken und Kläranlagen häufig vor die Frage, welche Verfahrenstechnologie unter den jeweiligen Betriebsbedingungen tatsächlich funktioniert. Gerade bei komplexen Ausgangssituationen lässt sich die Wirksamkeit einer technischen Lösung nicht immer allein durch Berechnungen oder Erfahrungswerte zuverlässig beurteilen.
Mit unseren mobilen Testanlagen erproben wir unterschiedliche Verfahren der Abwasser- und Abluftbehandlung direkt vor Ort und unter realen Betriebsbedingungen. Das modulare Uni-Testmobil schafft damit eine belastbare Entscheidungsgrundlage, bevor dauerhaft in eine Dosieranlage, Abluftbehandlungsanlage oder individuelle Anlagenlösung investiert wird.
Technische Lösungen testen, bevor dauerhaft investiert wird
Nicht jede Verfahrenstechnologie erzielt an jedem Standort die gleiche Wirkung. Abwasserzusammensetzung, Temperatur, Volumenstrom, Aufenthaltszeiten, H₂S-Belastung und betriebliche Schwankungen beeinflussen das Ergebnis erheblich. Eine Anlage, die unter bestimmten Bedingungen zuverlässig funktioniert, kann deshalb an einem anderen Standort technisch oder wirtschaftlich ungeeignet sein.
Mobile Testanlagen ermöglichen es, unterschiedliche Lösungsansätze zunächst im praktischen Betrieb zu erproben. Dabei lassen sich Betriebsparameter gezielt verändern, Verfahren miteinander vergleichen und die tatsächliche Wirkung dokumentieren. Betreiber erhalten dadurch nicht nur theoretische Annahmen, sondern belastbare Praxisergebnisse aus dem eigenen Kanalnetz oder der eigenen Abwasseranlage.
Gleichzeitig reduziert ein vorgelagerter Versuch das Investitionsrisiko. Erkenntnisse aus dem Testbetrieb können anschließend direkt in die verfahrenstechnische Auslegung und Dimensionierung einer dauerhaften Anlage einfließen.
Das Uni-Testmobil – modulare Versuchstechnik vor Ort
Das Uni-Testmobil ist eine mobile und modular aufgebaute Testanlage für die praxisnahe Untersuchung von Verfahren in der Abwasser- und Abluftbehandlung. Sie wurde entwickelt, um unterschiedliche technische Lösungen direkt am späteren Einsatzort unter realen Bedingungen bewerten zu können.
Je nach Aufgabenstellung konfigurieren wir die Testanlage mit den erforderlichen verfahrenstechnischen Komponenten sowie Mess- und Regeltechnik. Dadurch können sowohl Standardverfahren als auch projektspezifische Kombinationen untersucht werden. Änderungen an der Konfiguration sind während einer Versuchskampagne ebenfalls möglich, sodass unterschiedliche Betriebszustände miteinander verglichen werden können.
Besonders bei komplexen Geruchs- und Korrosionsproblemen ermöglicht diese flexible Vorgehensweise eine fundierte Auswahl der geeigneten Technologie, ohne bereits zu Beginn eine dauerhaft installierte Anlage festlegen zu müssen.
Mobile Testanlage oder direkte Anlageninvestition?
Eine direkte Anlageninvestition kann sinnvoll sein, wenn Problemursache, Belastung und geeignete Verfahrenstechnologie bereits eindeutig bekannt sind. Bestehen dagegen Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung, der erforderlichen Dimensionierung oder der wirtschaftlichsten Technologie, kann ein Praxistest vor der Umsetzung entscheidende Erkenntnisse liefern.
Mobile Testanlagen reduzieren diese Unsicherheit, indem technische Lösungen zunächst im realen Betrieb geprüft werden. Gerade bei hohen Investitionssummen, komplexen Geruchs- und Korrosionsproblemen oder mehreren möglichen Verfahren kann dadurch das Risiko einer Fehlentscheidung deutlich reduziert werden.
Vom Uni-Testmobil zur dauerhaften Anlagenlösung
Nach Abschluss der Versuchsphase endet unsere Unterstützung nicht bei der Auswertung. Wird eine geeignete Verfahrenstechnologie identifiziert, können die gewonnenen Daten unmittelbar für die Planung einer dauerhaften Lösung genutzt werden.
Je nach Ergebnis unterstützen wir anschließend bei der Dimensionierung, Konstruktion und Umsetzung einer Dosieranlage, einer Abluftbehandlungsanlage oder einer individuellen Sonderanlage. Dadurch entstehen Anlagenkonzepte, deren Auslegung nicht nur auf theoretischen Annahmen, sondern zusätzlich auf Erkenntnissen aus dem praktischen Versuchsbetrieb basiert.
Uni-Testmobil und Dosier- und Ablufttests – der Unterschied
Das Uni-Testmobil bezeichnet die mobile technische Plattform, mit der unterschiedliche Verfahren vor Ort erprobt werden können. Dosier- und Ablufttests beschreiben dagegen die konkrete Ingenieurleistung: Planung des Versuchs, Auswahl der Verfahren, Durchführung, Datenauswertung und fachliche Bewertung.
Beide Leistungen greifen unmittelbar ineinander. Die mobile Testanlage stellt die erforderliche Versuchstechnik bereit, während unsere Ingenieure daraus eine auf die jeweilige Problemstellung zugeschnittene Testkampagne entwickeln.
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